Das große Abenteuer – die Rallye Dakar – Tag 8 bis 14 – Bis ins Ziel

Und weiter geht’s mit unserer Berichterstattung von der Rallye Dakar Classic, wo unsere vier Helden mit ihrem echten Oldtimer, dem Peugeot 504, Typ Coupé V6, am Rennen teilnehmen. Unsere vier Helden klingt sicher ein bisschen übertrieben, aber immerhin konnten wir von KLVrent als Sponsoren zur Realisierung dieses großen Abenteuers beitragen. Von daher sitzen wir in Deutschland an den Bildschirmen und fiebern mit! Und wie erwartet, erweist sich die Wüsten-Rallye als die riesige Herausforderung für Mensch und Material, wie es immer so schön heißt. Wobei Ernst Amort mit Adi Ruhaltinger als mit allen Wassern gewaschene Fahrer und Uwe Götzel mit Sven Syfrig als unermüdliches Support-Team sich so gut wie keine Schwächen erlauben.

Aber der Sand auf der Piste, die Bodenwellen und vor allem das Geröll auf der Strecke setzen dem braven Peugeot doch ordentlich zu. Stoßdämpfer, Vergaser, Auspuff, Felgen und eine Antriebsscheibe aus Gusseisen – die Liste der Teile für die teils nächtelangen Reparaturarbeiten ist lang.

Lesen Sie hier über Tag 8 bis 14 der Rallye Dakar, die weltweit als eine der anspruchsvollsten Rallyes gilt. Im Teil eins haben wir schon die Randbedingungen und Zahlen der Rallye genannt. Zu den Tagesberichten finden Sie immer die Youtube-Filme, mit denen Uwe und Sven die Tour fast schon richtig professionell begleiten.

Tag 8!

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Der Ruhetag wird erstmal dafür genutzt, das seltene Ersatzteil aus der Schweiz abzuholen. Dieses hatte ein guter Kamerad aufgetrieben und in München an die Lufthansa übergeben.

Trotz des reibungslosen Transports dauert es dennoch Stunden, bis das Paket durch Zoll, Genehmigungen, Prüfungen und der Rückfahrt vom Flughafen Riad nach vielen Stunden im Camp angekommen ist. Der Einbau klappt – und der Löwe (wie der Peugeot liebevoll genannt wird) ist wieder voll verkehrstüchtig.

Tag 9!

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Immerhin darf das Team trotz eines Ausfalltages weiterfahren. Die nächste Etappe bei Riad führt über ein Gelände voller scharfer Steine, das löst zu Recht Besorgnis aus. Und während Adi und Ernst es auf der Piste tatsächlich mit starken Leistungsschwankungen des Motors zu tun kriegen, treten beim Begleitfahrzeug noch größere Probleme auf. Die Frontachse ist hinüber. Während die Fahrer alles tun, um den Peugeot in der Wüste in Bewegung zu halten, müssen Sven und Uwe wieder los, um die ganze Gegend nach einer passenden Achse abzuklappern.

Mit viel Glück und nach vielen Stunden wird ein passables Teil gefunden, aus dem Schrottfahrzeug ausgebaut, abtransportiert und ins Begleitfahrzeug eingebaut.

Adi und Ernst schlittern dagegen ganz tief in die Bredouille. Auf dem Asphalt läuft der Motor, aber im Gelände bringt er keine Leistung. Ein paar Kilometer lassen sie sich abschleppen, aber dann müssen sie aus der Stage aussteigen und im Camp nach dem Fehler suchen. Der wird dann endlich gefunden. Der Motortank wird nicht richtig entlüftet, weil ein Schlauch in der Kofferraumklappe abgeklemmt ist. Darauf muss man erstmal kommen. Dazu müssen Felgen ausgeschlagen und die üblichen Schäden repariert werden. Gegen Mitternacht sind die Arbeiten durch und die Menschen müde.

Tag 10!

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Heute folgt dann eine Monstertour über 700 Kilometer Sand und Steine nach Wadi ad-Dawasir in Saudi-Arabien. Das ganze wird erschwert durch die Arbeiten am Wagen eines Freundes. Bei der Rallye ist Hilfe Ehrensache, und die Arbeiten am Wagen vom Fritz haben sich bis tief in die Nacht gezogen. Nachdem Ernst und Adi gestartet sind, bauen Sven und Uwe das Lager ab, fahren auf der Straße ins neue Camp und bereiten dort alles vor.

Die Fahrer sind derweil durch alle Hochs und Tiefs einer Wüstenfahrt gegangen. Hervorragende erste zwei Etappen und euphorische Stimmung – dann das Entsetzen, weil der Motor wieder streikt. Läuft sich heiß, geht aus, nichts zu machen. Sie müssen sich ein paar Kilometer vom Truck über die Piste schleppen lassen, wobei der Sand ihnen jegliche Sicht raubt. Dann nach etwas Geschraube läuft der Wagen plötzlich wieder, ohne dass sie eine Ahnung haben, woran es gelegen hat. Eine kurze Strecke auf dem Asphalt, dann bricht die Dunkelheit herein. Sicherheit geht vor und anstatt für die nächste Prüfung wieder in die Wüste hinein zu fahren, bleiben sie lieber auf der Straße.

Eine lebensrettende Entscheidung, denn bald steht der Peugeot wieder. Er muss von befreundeten Franzosen ins Camp geschleppt werden, die glücklicherweise auftauchen. Trotz aller Strapazen schwärmt der Adi im Interview von der traumhaften Landschaft, er ist eben ein echter Sportsmann! Die Arbeiten am Auto ziehen sich bis weit nach Mitternacht, die Nacht wird mal wieder sehr kurz für unsere tapferen Helden von Dakar. Man sieht es jeweils an den Schluss-Kommentaren vom Sven. So sieht man aus, wenn man wirklich müde ist.

Tag 11!

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So langsam wird es noch spannender. Die letzten drei Tage stehen auf dem Programm. Während Adi und Ernst schon um 7:00 losgefahren sind, stehen für Uwe und Fritz Haushaltsarbeiten rund um das Camp an. Der Staub frisst sich durch. Die Teilnehmerzahl hat sich gelichtet, viele mussten bereits mit Totalschaden aufgeben. Aber dank der unermüdlichen Plackerei hält der Peugeot durch, dieser Löwe. Adi und Ernst legen eine lange Etappe durch eine Traumlandschaft zurück. Mit sagenhaften 90 km/h Durchschnitt haben sie die ersten zwei Etappen durch weichen Sand geschafft. Eine Reifenpanne schnell behoben und dann wie der Blitz weiter. Allein 330 Kilometer Anfahrt noch vor den ersten Stages. Dann umdrehen wegen geschlossener Tankstelle, 40 extra Kilometer. Mit den 773 weiteren Kilometern fahren die beiden an diesem Tag 1.100 Kilometer durch schwerstes Gelände. Einfach irre. In der Nacht müssen zuerst mal alle Lichter instandgesetzt werden. Das Auto ist in Topform! Ernst und Adi melden sich ebenfalls fit.

Tag 12!

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Immerhin genug geschlafen! Heute eine ganze Etappe durch “brutal weichen Sand”. Während Adi und Ernst sich auf die Strecke machen, verlegen Uwe und Sven mal wieder das Camp. Das hört sich leichter an als es getan ist. Denn jedes Camp ist mehrere Quadratkilometer groß. Bis man da erstmal den Platz gefunden hat. Zwischendurch geht Adi und Ernst das Benzin aus, weil der Motor im 30 bis 40 cm tiefen Sand zu viel Sprit braucht. Ohne Leistung bleiben sie stecken und Ernst muss mit ein paar freundlichen Einheimischen mitfahren, um Benzin aufzutreiben. Doch irgendetwas ist mit dem Vergaser und der Benzinzufuhr immer noch nicht in Ordnung. Wenn der Wagen heiß ist, können sie nicht genug Kraft abrufen. Dennoch schaffen sie es nach der Pause weiter, aber leider nur ein Stück. Gleich am Anfang der nächsten Etappe müssen sie sich eine Weile ziehen lassen. Am Abend lange Diskussionen mit Helfern, woran es liegen könnte. Die vielen Besucher sind immer wieder erstaunt, wie es ein so alter Wagen mit Zweiradantrieb durch die Wüste schaffen kann. Wir sagen “Fahrerisches Können”! Hut ab, Ernst und Adi! Am Abend jede Menge Reparaturen wieder, unter anderem eine krumme Lenkstange.

Tag 13!

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Der vorletzte Tag beginnt wieder mit einer Überführungsetappe. Ein Tag voller Tests und Navigationsübungen. Und alles auf den Dünen. Es zerreißt die Antriebswelle, und sie müssen sich schon wieder ein Stück schleppen lassen. Währenddessen bereiten Sven und Uwe alles für das Ende der Rallye vor. Der letzte Tag in einem Camp, denn direkt nach der Rallye wird das Auto abgegeben und der Heimflug steht an. Die Fahrer decken derweil an diesem Tag ihren Bedarf an Sand für bestimmt ein ganzes Jahr. Hohe und steile Dünen müssen bewältigt werden. Das Auto hält durch! Zwischendurch erhalten Adi und Ernst immer wieder Beifall auf der Strecke – wegen ihrem Zweiradantrieb. Sie schaffen den Tag in brillanter Form und sind sehr zufrieden! Der Abschied vom Camp fällt schwer. 14 Tage, die von einer unglaublichen Intensität geprägt waren. Das sind bleibende Eindrücke. Am letzten Tag soll der Löwe die 80 Kilometer Wertungsetappe hinter sich bringen und dann nochmal 400 Kilometer zurück nach Dschidda fahren. Den Ehrennamen Löwe hat sich der Peugeot reichlich verdient.

Tag 14 und Schluss!

Um es gleich am Anfang zu sagen: Die Sieger der Rallye Dakar heißen NASSER AL-ATTIYAH und MATTHIEU BAUMEL (TOYOTA GAZOO RACING). Der Name Nassr kommt Ihnen bekannt vor? Ja, dieser großartige Nassr ist derjenige, der unseren Classic Dakar Helden am Tag 7 mit der “Nassr-Scheibe” ausgeholfen hat, die sonst nirgendwo aufzutreiben war. Eine gebrochene gusseiserne Scheibe für einen alten Peugeot mitten in Saudi-Arabien finden, gut, wenn dann ein Rallye-Sieger als Hilfe in der Not kommt. Das sind eben echte Sportsleute.

Aber auch Ernst und Adi haben es glücklich bis ins Ziel geschafft und jubeln und feiern. Wer hätte das für möglich gehalten, dass ein Peugeot 504 von 1977 mit Vorderradantrieb die Rallye Dakar meistert! Natürlich gehören sie auch zu den ersten, die Nassr gratulieren dürfen. Eine irrwitzige Leistung haben alle vier Teammitglieder da abgeliefert, besonders natürlich Meister-Fahrer Ernst und Wüsten-Navigator Adi. Leider hat die Zeit für Sven und Uwe in all der Hektik nicht gereicht, um einen letzten Film zu produzieren. Aber immerhin hier ein paar Bilder vom Zieleinlauf und der Gratulation, erst auf Youtube und weiter unten auch als Fotos:

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Hier finden Sie den Film mit den Highlights der gesamten Rallye.

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Wir wollen uns ganz herzlich bedanken, dass wir dieses großartige Abenteuer so hautnah miterleben konnten. Die Filmberichte von Uwe und Sven sind wirklich ein Genuss für alle, die die Faszination am Rallyesport teilen. Viele tausend Menschen haben sich täglich im Youtube Kanal des Teams informiert, und an den Kommentaren kann man ihre Begeisterung nachlesen. Knapp 150.000 Mal sind die Videos vom Team-Kanal aufgerufen worden, das ist wirklich phänomenal.

Die gesamte Belegschaft von KLVrent und der Eberl-Gruppe gratuliert dem hervorragenden Team mit Adi Ruhaltinger, Ernst Amort, Uwe Götzel und Sven Syfrig. Ihr habt großes geschafft! Wir sind stolz, dass wir ein wenig beitragen konnten.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Berichterstattung an dieser Stelle etwas Freude bereitet hat.