Der Export boomt - die Lieferengpässe bleiben

Der Export boomt – die Lieferengpässe bleiben

11. Oktober 2021

Der Bundesverband für Groß- und Außenhandel (BGA) rechnet trotz einem Berg von Problemen weiterhin mit dem Erreichen des angepeilten Wachstums von 13% im Jahr 2021. Damit würde die Ausfuhr von Waren aus dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland das Niveau von vor der Pandemie noch übersteigen. Das klingt allerdings ziemlich optimistisch. Bei Mercedes Benz zum Beispiel müssen schon Produktionsbänder stillgelegt werden, weil es am wichtigen Nachschub aus Fernost mangelt. Sogar die Suche nach Fachkräften in der Industrie hat nach monatelangen Rekordwachstum bei der Zahl der freien Stellen im letzten Monat eine Delle hinnehmen müssen. Das Stocken bei der Einfuhr von Halbleitern bremst ganze Industriezweige aus und soll sich sogar auf das Weihnachtsgeschäft mit Elektronik auswirken. Passend dazu steigen nicht nur die Frachtraten massiv, auch die Containerpreise klettern ähnlich wie der Dieselpreis in ungeahnte Höhen.

Außerdem beginnt sich langsam ein weiteres Problem auszuwirken, das bisher vor allem die Schlagzeilen aus Großbritannien und Österreich beherrschte: Auch in Deutschland zeichnet sich langsam aber sicher ein Fahrermangel ab. Insgesamt rechnet der Verband damit, dass die Ausfälle in den Lieferketten noch bis Mitte 2022 anhalten werden. Das Weihnachtsgeschäft insgesamt scheint nicht so sehr betroffen zu sein. Gerade hat der zweitgrößte Paketzusteller Hermes bekanntgegeben, dass zwischen Oktober und Dezember die Zahl der auszuliefernden Paketsendungen mit 137 Millionen nochmal eine Steigerung von 9% erreichen wird. Die Zahl der fahrenden Zusteller soll auf 15.000 erhöht werden – mit Kräften aus der Zeitarbeit.