Nutzlast-Schwerpunkt

Nutzlast-Schwerpunkt

Der Nutzlast-Schwerpunkt ist ein Begriff aus dem Bereich der Ladungssicherung und ist ein theoretischer Messwert für den Lastverteilungsplan. Jeder LKW-Fahrer sollte die Lastverteilung auf seinem Fahrzeug oder Sattelzugs kennen. Mit einer ungünstigen Lastverteilung entstehen Risiken im Verkehr, für die Ladung und für den Menschen. Zudem kann eine nicht den Vorschriften entsprechende Lastverteilung Bußgelder nach sich ziehen, wenn die Polizei darauf aufmerksam wird. Die ungünstige Lastverteilung kann anhand des Beispiels mit dem Kellner und dem Tablett erklärt werden. Ist das Tablett voll mit Flaschen befüllt, befindet sich die Hand des Kellners dann im Schwerpunkt der Ladung, wenn das Tablett genau in der Mitte hält. Wird jedoch ein Teil der Flaschen weggenommen, verschiebt sich der Schwerpunkt, under Kellner muss seine Hand neu positionieren, damit das Tablett nicht umkippt. Das gleiche gilt, wenn sich nur zwei Flaschen auf dem Tablett befinden. Haben sie den gleichen Abstand vom Mittelpunkt, ist die mittig tragende Hand im Schwerpunkt. Verschiebt man jedoch eine Flasche zur Seite, kippt das Tablett um, wenn der Kellner nicht umgreift.

Ähnlich verhält es sich mit der Ladung auf der Ladefläche. Je weiter sich der Schwerpunkt der Ladung vom Schwerpunkt der Ladefläche entfernt, desto ungleicher ist die Last auf den Achsen verteilt. Das führt zu überlasteten oder unterlasteten Achsen bzw. zur Überlastung der Antriebsachse. Damit nutzen sich die Reifen schneller ab, das Bremsverhalten kann sich kritisch ändern und die Fahrstabilität in Kurven lässt deutlich nach. Üblicherweise liegt der Schwerpunkt der Ladefläche genau zwischen den beiden Achsen auf einer gedachten Mittellinie in der Längsrichtung. Hier befindet sich dann auch der sogenannte Nutzlast-Schwerpunkt. Wenn eine symmetrische angeordnete Ladung mit gleichmäßiger Verteilung diesen Nutzlast-Schwerpunkt berücksichtigt, kann die Nutzlast maximal ausgenutzt werden, ohne dass sie die jeweils zulässige maximale Vorderachslast bzw. Sattellast und Hinterachslast überschreitet. Wird eine z.B asymmetrisch verteilte oder ungünstig positionierte Last geladen, gilt nicht das mögliche Gesamtgewicht bzw. die maximale Nutzlast als Beladungsgrenze, sondern die jeweils maximale Achslast. Bei Fahrzeugen, bei denen der Nutzlast-Schwerpunkt nicht in der Mitte des Aufbaus liegt, wird dieser häufig mit einer Markierung am Fahrzeug gekennzeichnet. Das ist z.B. bei manchen Tiefladern der Fall.

Mit einem Lastverteilungsplan nach VDI 2700 kann der Fahrer oder Verantwortliche für das Beladen des LKWs bzw. Sattelzugs genau berechnen, wie eine Ladung mit bestimmten Gewicht zu platzieren und zu verteilen ist, damit die jeweiligen Grenzwerte nicht überschritten und die Ladung möglichst sicher für das Fahrverhalten untergebracht ist. Dazu werden einige Basisdaten des Fahrzeugs benötigt. Die jeweiligen Mindest- und Maximal-Achslasten gehören ebenso dazu wie die Radstände, die Länge der Ladefläche, die Abstände zwischen den Achsen und einige mehr. Daraus lässt sich die mögliche Nutzlast an verschiedenen Positionen auf der Ladefläche berechnen. Wenn man die Punkte mit einer Kurve verbindet, erhält man den Lastverteilungsplan. Kompliziert wird es jedoch, denn es sich um Ladungen mit einem unklaren Schwerpunkt oder um mehrere Ladungen handelt. Zwar gilt die Faustregel, dass der Schwerpunkt der Ladung auf einer Ladefläche immer dort zu liegen hat, wo die mögliche Nutzlast mindestens genauso hoch ist wie der Ladungsschwerpunkt. Das ist jedoch bei mehreren Ladungsstücken nur über einige Formeln zu berechnen. Wenn sich bei unterschiedlich schweren Ladungsteilen der gesamte Ladungsschwerpunkt außerhalb des Nutzlastbereichs befindet, muss die Ladung manchmal auf ganz andere Weise verteilt werden.

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