Zweileitungsbremse

Zweileitungsbremse

Die Zweileitungsbremse, meist auch Zweikreisbremsanlage genannt, ist seit 1974 der Standard der Bremsanlagen bei den Nutzfahrzeugen. Der Sinn dieser Bremsvorrichtung ist die Erhöhung der Sicherheit. Da die Kraft eines Tritts auf das Bremspedal bei weitem nicht ausreicht, um ein schwereres Fahrzeug samt Anhänger zum Stehen zu bringen, wird bei der hydraulischen Bremse durch den Tritt aufs Pedal die Zufuhr von Druckluft ins System ermöglicht, die die mechanische Bremskraft verstärkt. Allerdings kann jederzeit durch Einwirkung von außen ein Schaden an der Leitung auftreten. Der LKW oder Sattelschlepper würde dann fast ohne Bremswirkung weiterrollen und könnte samt Anhänger schwerste Schäden anrichten. Daher ist diese sogenannte Einleitungsbremse nicht mehr erlaubt. Bei der Zweileitungsbremse arbeiten zwei Druckluftleitungen parallel und müssen laut gesetzlicher Vorschrift völlig unabhängig voneinander funktionieren. Diese zwei Bremsleitungen sind unterschiedlich gefärbt und zwar üblicherweise in Rot und in Gelb.

Bei der Fahrt erhält der Anhänger über die rote Leitung den Vorratsdruck, während die gelbe Leitung den Bremssteuerdruck liefert. Fällt ein System aus, kann das andere System die Bremsleistung zumindest zum Teil übernehmen. Dabei müssen im Anhänger wie bei der Zugmaschine noch mindestens zwei Räder abgebremst werden können. Diese dürfen sich natürlich nicht auf der gleichen Seite befinden, da es sonst zu unkontrollierbarer Kurvenfahrt käme. In der Erweiterung dieser Vorschriften müssen seit 1991 alle neu zugelassenen Nutzfahrzeuge und ihre Anhänger mit der sogenannten EG-Bremsanlage ausgerüstet sein. Hierbei wird die Druckluft sogar in vier voneinander unabhängigen Kreisen betrieben und durch ein entsprechend konstruiertes Vierkreisschutzventil gesichert. Dabei versorgen der erste und der zweite Kreis zwei voneinander unabhängige Bremskreise der Zugmaschine, meist unterteilt in Vorderachse und Hinterachse. Der dritte Kreis versorgt den Anhänger und die Feststellbremse, der vierte Kreis sichert die Dauerbremse und andere Verbraucher. Wird ein Kreis undicht, sichert das Vierkreisschutzventil die anderen Kreise ab.

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